Nicht jede Inkontinenz ist gleich – und die richtige Behandlung hängt stark von der Form ab. Die fünf wichtigsten Typen:
1. Dranginkontinenz
Der plötzliche, starke Harndrang, dem man nicht rechtzeitig nachkommen kann. Häufigste Form im Alter. Ursachen: überaktive Blase, Harnwegsinfekte, Demenz. Auch als „überaktive Blase“ bekannt.
2. Belastungsinkontinenz
Urinverlust bei körperlicher Belastung – Husten, Niesen, Lachen, Heben. Häufiger bei Frauen durch geschwachten Beckenboden nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren. Bei Männern oft nach Prostata-OP.
3. Überlaufinkontinenz
Die Blase entleert sich nicht vollständig, läuft über. Häufig bei Männern mit vergrößerter Prostata. Die Blase ist permanent gefüllt, es tropft ständig Urin ab.
4. Reflexinkontinenz
Nervenbedingte Störung – Blase entleert sich automatisch ohne Harndrang. Typisch bei Querschnittslähmung, Multipler Sklerose oder nach Schlaganfall.
5. Stuhlinkontinenz
Unkontrollierter Stuhlabgang – im Alter oft kombiniert mit Harninkontinenz. Ursachen: nachlassender Schließdruck, Demenz, Darmerkrankungen. Besonders belastend für Betroffene und Angehörige.
Sonderfall: Nächtliche Inkontinenz – tritt im Schlaf auf, oft durch nachlassende Blasenkontrolle. Spezielle Nachtvorlagen oder Bettschutzeinlagen helfen.